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Expedition zum Aconcagua
in Argentinien |
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Die Gruppe bestand aus insgesamt 11 Personen mit Teilnehmern aus Oesterreich, Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Slovenien. Ich kam am 3. Dezember in Santiago de Chile an, der Rest der Gruppe am 4. Dezember. Und zu diesem Zeitpunkt hatten wir unser erstes Problem. Markus aus der Schweiz kam ohne Gepaeck. Sein Gepaeck verblieb in Amsterdam, und KLM war erst 3 Tage spaeter in der Lage das Gepaeck nachzusenden. Aber Markus hatte ein paar Sachen im Handgepaeck, kaufte sich einen Schlafsack und den Rest hat er von uns bekommen (sein Gepaeck ist dann 3 Tage spaeter am Fuss des Berges eingetroffen). 05. Dezember: Ab ins Maipa-Tal Nach ca. 3 Stunden Busfahrt in das Maipa-Tal kamen wir am Fuss des San Jose (5.900m) und Marmoleyo (6100 Meter) an. Auf Grund der Schneeverhaeltnisse (noch ziemlich viel) und einer bestehenden Schutzhuette entschieden wir uns den San Jose anzugreifen. Wir wolten uns eine Woche am San Jose akklimatisieren, nach Moeglichkeit den Gipfel besteigen und erst dann rueber nach Argentinien, zum Aconcagua. |
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| Nach unserer Ankunft am Fuss des San Joase packten wir unser Gepaeck auf Mulis. Diese transportierten es dann zur Schutzhuette auf 3.000 Meter. Wir hatten einen gemuetlichen 4 Stunden -Marsch ueber eine kleine Hochebene hoch zur Schutzhuette. Die Packtiere kamen kurz nach uns. Ein Muli ist dann aber kurz vor der Huette umgekehrt, und es konnte erst kurz vor unserem Ausgangspunkt wieder eingefangen werden. (Natuerlich war es das Packtier mit unserem Kocher). | ![]() |
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6. Dezember: Hoch mit den Ski Hans hatte fuer sich und 3 von uns Touren-Ski organisiert, und mit diesen stiegen wir am fruehen Nachmittag hoch. Die anderen liefen hoch zu unserem 1. Hochlager auf 3.700 Meter. Wir liesen Nahrungsmittel und Ausruestung oben und fuhren dann mit unseren Ski wieder runter. Zurueck im Basislager hatten wir dann etwas Suppe und entspannten und etwas in der Sonne. Aber nach 2 Stunden wurden wir nervoes, die anderen (die zu Fuss) waren immer noch nicht da, und es waren nur ca. 45 Minuten nach unten. Wo sind Sie geblieben? Ist etwas passiert? Kurz darauf entschlossen Rudi und ich nach den anderen zu suchen. Wir vermuteten sie rechts von der Schutzhuette, sie hatten sich auf dem Weg nach untern u.E. etwas zu weit nach links gehalten, und das Camp links passiert. Wir stiegen die 150 Hoehenmeter rechts von der Huette auf, und sahen in ein riesiges Seitental. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass sie durch dieses Tal nach unten gegangen sind. Es war riesig, ging bis auf 2.500 Meter nach unten, und es gab keine Moeglichkeit in unser Basislager nach rechts zu queren. Aber genau das ist passiert. Als wir zurueck zur Schutzhuette kamen, waren 2 der Fussgaenger zurueck- gekommen. Sie sind vor dem Seitental umgedreht, den Berg wieder nach oben, und dann auf dem richtigen Weg nach unten. Alle anderen sind das ganze Seitental runter, und dann wieder nebenan hoch zum Base Camp. Sie kamen 1 Stunde spaeter so einer nach dem anderen angetrottet. Fuer einige war das eine gute Lektion, alle waren danach vorsichtiger. Sie waren etwas muede, und haben diese Nacht sicherlich gut geschlafen. |
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07. Dezember: Mehr Ausruestung in Hochlager 1 Wieder mit Gepaeck zu Camp 1. Diesmal stellten wir die Zelte auf. Die anderen gingen hoeher zur weiteren Akklimatisierung. Ich ging nicht hoeher, am Tag zuvor und auch an diesem Tage hatte ich konditionelle Probleme, ich hatte einfach keine Kraft. Und das obwohl ich akklimatisiert war ( Ich kam von La Paz, Titicacasee und war bereits die letzten 4 Wochen auf ca. 4.000 Meter Hoehe). Ich konnte das einfach nicht verstehen, machte aber einfach langsam. 08. Dezember: Eine verhaengnisvolle Nacht Wir gingen wieder hoch zum Lager 1, aber dieses Mal schliefen wir oben. Nachdem ich als letzter zu der Gruppe gestossen bin, konnte ich mir meinen Zeltpartner nicht aussuchen und musste das Zelt mit "Mr. Alles Scheisse" teilen, dem Menschen mit der negativsten Einstellung den ich je- mals getroffen habe (In einer Gruppe mit 11 Personen ist fast immer einer dabei den man nicht ganz so leiden kann, aber mit diesem Typen kam einfach niemand aus). Und so passierte es: Am naechsten Morgen wachte ich mit, oder wegen extrem kalten Fuessen auf und konnte nicht verstehen warum. Als ich die Nacht vorher einschlief war mir angenehm warm. Daraufhin stellte ich fest, dass "Mr. Alles Scheisse" beide Zeltvorhaenge geoeffnet hatte (und aussen hatte es - 10 Grad). Er benutzte einen Extremschlafsack fuer - 35 Grad und einem Inlay aus Seide (hilft mit weiteren 5 Grad) und als ihm warm wurde hat er nicht den Schlafsack geoeffnet, sondern das Zelt. Und ein Unglueck kommt selten allein: kurz darauf musste ich feststellen, dass der Rahmen meiner Brille gebrochen war. Eigentlich kein Wunder, ich hatte die Nacht ueber nur ein Drittel des kleinen Zeltes gehabt (und Mr. Alles Scheisse lag in der Mitte des Zeltes und ich konnte ihn nicht dazu bewegen auf die Seite zu gehen) und das Material meiner Brille musste unter - 10 Grad Kaelte leiden. Jetzt hatte ich aber wirklich die Schnauze voll. Ich hatte Hans, dem Leiter der Expedition, bereits auf dem Weg in Maipa Tal Probleme mit dieser Person prognostiziert und ihm empfohlen, ein extra Zelt mit ins Hochlager zu nehmen. So, jetzt war es sein Problem, entweder er nimmt den Typen in sein Zelt, oder er holt vom Basislager ein extra Zelt. Er machte den Fehler und holte kein Zelt (Einen Tag spaeter ging Hans nach nur 1 Nacht mit Mr. "Alles Scheisse" runter in ein niedrigeres Lager). Und ich teilte die restliche Zeit das Zelt mit Silvia, einer Gynaekologin aus Deutchland, und hatte keine Probleme mehr. (Geruechte, wonach mein Gewichtsverlust von einer Entbindung kommt, werden hiermit heftigst dementiert) 09. Dezember: Lager II auf 4. 200 Meter Hoehe Wir bauten unsere Zelte ab und gingen hoch auf Lager II auf 4.200 Meter Hoehe. Zu diesem Zeitpunkt ging ich dann zu Fuss - und nicht mehr mit Ski -, ich hatte das Gefuehl das ist einfacher fuer mich. Aber ich fing an mich langsam besser zu fuehlen, und das Laufen fiel mir immer einfacher (Erst spaeter wurde mir bewusst, dass ich bis zum 2. Dezember Antibiotika genommen hatte; ich vermute dies war der eigen- tliche Grund meiner Schwaechephase). 10. Dezember: It´s time for the peak Eigentlich haette es unser 1. Tag fuer einen Gipfelversuch sein sollen. Aber am Vortag hatte es gegen 18:00 Uhr angefangen zu schneien. Und ueber Nacht hatte es ca. 25 cm Neuschnee und es hoerte einfach nicht auf zu schneien. So mussten wir den Grossteil des Tages im Zelt verbringen. Am Nachmittag wurde das Wetter aber etwas besser, und wir stiegen bei nur leichtem Schneefall hoch auf 4.650 Meter, um wenigsten etwas getan zu haben. Wir wussten bereits, dass wir wahrscheinlich keine Chanca fuer den Gipfel mehr hatten, nicht mit dem frischen Schnee und Sturm am Gipfel. Wir entschlossen uns trotzdem, ueber Nacht oben zu bleiben und dann um 07:00 Uhr zu schauen ob wir wenigstens fuer die Akklimatisation weiter nach oben gehen koennen. 11. Dezember: Endlich besseres Wetter Um 05:00 Uhr stand ploetzlich Fritz aus Wien vor unserem Zelt: "Auf gehts, wir gehen los, sobald wir fertig sind. Der Schneefall hat aufgehoert". Silvia und ich konten das nicht verstehen, da wir am Tag zuvor 07:00 Uhr vereinbart hatten. Ich hatte die Nacht ueber leichtes Kopfweh, da ich am Tag zuvor nicht so viel getrunken hatte (mit Absicht, wer verlaesst schon gerne das Zelt in einem Schneesturm). Damit war es fuer mich erst mal notwendig 2 - 3 Liter Wasser zu trinken (Schnee schmelzen fuer 2 Liter Wasser dauert so ca. 1 Stunde) und ich entschloss mich nicht mit nach oben zu gehen. Ich machte noch etwas Tee fuer Silvia, die sich den anderen anschloss. 8 von uns gingen hoch. Markus spurte und kam bis auf 5.400 Meter hoch, die anderen kehrten 70 -80 Meter tiefer um. Wir hatten vereinbart, dass wir um 02:00 Uhr von Lager II aus nach untern aufbrechen. Als ich unser Zelt abbaute, fing es schon wieder an zu schneien. Auch die anderen packten ihre Sachen zusammen und wir gingen schwer bepackt runter ins Basislager. Da San Jose im wesentlichen als Vor- bereitung fuer den Aconcagua gedacht war, hatten wir keinen weiteren Reservetag fuer den Gipfel. Es haette auch nicht geholfen, das Wetter blieb die naechsten 2 Tage schlecht. Schnee, Schnee, Schnee. Und das zum Sommerbeginn in Chile. Ein paar Tage zuvor hatte Markus sein Gepaeck im Tag abgeholt, und hat auch eine Flasche Rotwein mitgenommen. Diese haben wir dann begeistert zu elft vernichtet. 12. Dezember: Zurueck nach Santiago Frueh am Morgen kamen die Muli-Treiber mit ihren Eseln und holten unsere Ausruestung ab. Die Muli-Treiber mussten schnell zurueck zu ihrem Heimatort fuer die Praesidentschaftswahlen. Wer in Chile nicht waehlt muss entweder eine hohe Geldstrafe zahlen oder er kommt ins Gefaengnis. Auf dem Weg ins Tal besuchten wir dann zum "Dreck abwaschen" noch heisse Quellen. Das haette ich nicht tun sollen. Ich hatte versucht meine Brille zu reparieren, verlor ein Glas im Wasser, und konnte es nicht mehr finden. Das bedeutete 3 Wochen mit Sonnenbrille, und sollte spaeter Konsequenzen haben. |
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| Nach einer Woche Beutelsuppe und Nudeln waren wir alle ganz heiss auf ein Steak. Aber wir hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Es war Wahltag in Chile. Und das bedeute auch, dass alle Restaurants mit Alkohollizenz geschlossen waren (und welches Restaurant verkauft kein Alkohol). Zum Schluss konnten wir aber kurz vor Santiago ein kleines Lokal finden, wo wir uns von mit Fleisch gefuellten Teigtaschen vollstopften. Am Abend konnte Hans dann das Hotel ueberreden uns Auslaendern ein paar Flaschen Wein zu verkaufen. Wir hatten auch einen guten Anlass zum Feiern, Fritz hatte Geburtstag. | ![]() |
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Um 08:00 Uhr starteten Hans, Marc und ich in einem Bus voll Essen und Ausruestung. Die anderen fuhren mit einem Mininbus. Wir hatten keine Probleme und kamen in Los Penitentes (Puente del Inca) um 01:00 Uhr an. Aber die anderen kamen und kamen nicht. Um 03:00 Uhr kam dann der Fahrer des Minibusses mit einem anderen Bus an. Die Argentinier liesen seinen Bus nicht ueber die Grenze, anscheinend auf Grund fehlender Versicherungspapiere. An der Grenze Chile/Argentinien gibt es immer wieder solche Probleme. Die Argentinier wollen den Bergsteiger-Tourismus bei sich im Lande haben. Und die Chilenen und die Argentinier koennen sich generell nicht so gut leiden. Unser lokaler Organisator von Puente del Inka fuhr zurueck und holte die anderen an der Grenze ab. Als die anderen dann eine ½ Stunde spaeter kamen, sind sie nur in den Bus von Hans gewechselt und wir fuhren weiter nach Mendoz (163 km). Wir mussten in Mendoza unsere Bergsteigerlizenz persoenlich abholen. Also fuellten wir dort den Antrag aus (Wer bei Tod zu benachrichtigen ist usw. ). Aber u.E. nur eine weitere Schikane um die Touristen nach Mendoza zu bringen. 163 km zurueck nach Los Penitentes, wo wir noch unsere Sachen fuer die Mulis verpacken mussten. "We called it a day" um 23:00 Uhr, und nahmen noch ein paar Bier auf Rudis Geburtstag. 14. Dezember: A long, long way Wir hatten die Nacht zuvor nicht viel getrunken. Und wir wussten, warum: Vom Parkeingang bis zum Basislager des Aconcagua hatten wir ca. 36 km vor uns, und mussten von 2.800 Meter Hoehe auf ca. 4.300 Meter. Und das in einem Tag, nicht in 2. Markus und ich waren in 8 ¾ Stunden oben, 15 Minuten nach unseren Fuehrern. Unser Gepaeck war bereits da, aber wir hatten grosse Probleme beim Aufbau des Kuechenzeltes, und hatten erst um 22:00 Uhr Abendessen. Einige sind vor Hunger fast gestorben, aber Markus und ich keine Probleme hatten. Ich hatte 3 Salamis und 2 Dosen Thunfisch in meinem Rucksack; ich wollte auf "Nummer Sicher" gehen. Nach dem langen Marsch konnte ich sehr gut schlafen und hatte keine Probleme mit der Hoehe. 15. Dezember: Verdienter Ruhetag Wir hatten uns erst mal einen Ruhetag verdient. Fuer 17:00 Uhr hatten wir einen kleinen Akklimatisierungsspaziergang geplant. Zu diesem Zeitpunkt sah das Wetter aber nicht mehr so gut aus. Wir gingen trotzdem hoch, direkt in ein Gewitter. Man konnte die Elektrizitaet in den Fingern bzw. den Stoecken fuehlen. Also nichts wie runter. Ich hatte im Sommer immer wieder schlechte Erfahrungen mit Gewittern in der Naehe unseres Bauernhauses im Zillertal und ging mit Rudi - der vor ein paar Jahren einen Blitzschlag gerade noch ueberlebt hatte - den Berg runter so schnell wie moeglich. Wir gingen nicht ueber Los, zogen nicht DM 4.000 ein, sondern gingen direkt in ein "Kneipenzelt" im Basislager auf ein Bier (koennten auch 2 oder 3 gewesen sein). 16. Dezember: Weitere Akklimatisierung 20/21 Dezember: Sturm, Sturm, Sturm Das Gipfelteam hatte um 04:OO Uhr Fruehstueck und brach um 05:00 Uhr auf. Der Rest startete um 09:00 Uhr in Richtung Nido de Condores (Kondor-Nest). Wir hatten Funkkontakt mit den anderen. Sie gingen hoch bis Berlin (5.850 m), waren aber auf Grund eines kreftigen Sturmes (deutlich ueber 100 km pro Stunde) nicht in der Lage weiter nach oben zu gehen. Am Nachmittag kehrten Sie um, wieder zurueck ins Basislager. Der Sturm zog leider vom Gipfel weiter nach unten, und wir 5 auf Nido de Condores mussten sehr frueh in die Zelte. Die Nacht war extrem stuermisch, wir konnten fast nicht schlafen. Bei Tagesanbruch dachte keiner an den Gipfel. Um 10:00 Uhr morgens wurde der Sturm noch schlimmer. Wir konnten fast nicht stehen, entschieden uns aber, bis 11:00 Uhr zu warten, bevor wir die Zelte abbrechen wuerden und uns mit der Hoffnung auf besseres Wetter - wir hatten keine Information ueber das Wetter im Basislager - auf den Weg nach unten machen wuerden. Um 11:00 Uhr war ds Wetter etwas besser, wir entschlossen uns aber trotzdem nach unten zu gehen: - In meinem Zelt konnte ich das Vorzelt nicht mehr schliessen, der Reisverschluss war kaputt - Schersch und Inge hatten Schnee im Zelt und Tonen Schnee unter dem Zelt - und Mark hatte Erfrierungserscheinungen an seinen Zehen Wir hatten Chaos dort oben, und wir mussten einfach runter. 1 ½ Stunden spaeter kam ich mit Mark wieder im Basislager an. Mark ist den Berg runter gerannt, auf Grund seiner Erfrierungserscheinugen. Im Basislager waren seine Zehen aber O.K., der schnelle Abstieg hat der Zirkulation des Blutes geholfen. Wir waren jetzt in einer schwierigen Lage: Aufgeben, oder am naechsten Tag mit den anderen einen Versuch direkt zum Gipfel zu starten, und das ohne Ruhetag. Schersch und Inge entschieden sich aufzugeben. Alle anderen wollten es am naechsten Tag versuchen , wenn das Wetter besser wuerde. Wenn das Wetter schlecht gewesen waere, haetten wir uns ueberlegen muessen, ob wir das Risiko eingehen wollen am 23. Dezember einen weiteren Gipfelversuch zu starten. Fuer die anderen Teilnehmer waere das ein Risiko gewesen, sie hatten Fluege zurueck am 25. Dezember von Santiago de Chile. 22. Dezember: D - Day Ich hatte mich am Vortag entschlossen, mit dem Rest der Gruppe nach oben zu gehen. Aber ich war mir nicht sicher, ob ich versuchen wuerde auf den Gipfel zu gehen. Ich war mir nicht sicher ob ich die Kraft dafuer haette. Und ich hatte einen zusaetzlichen Nachteil: Im Sturm des Vortages hatte ich mich entschlossen meine Steigeisen, den Pickel und weitere Ausruestungsgegenstaende mit nach unten zu nehmen, waehrend die anderen ihre Sachen noch oben hatten. Ich musste also mit einigen Kilo mehr nach oben, und beim Aufstieg vom Basislager zaehlt jedes Gramm. Ich dachte, ich geh einfach mal mit, und wenn es nicht geht, kann ich wenigstens Ausruestung runter bringen. Wir gingen erst um 07:00 Uhr los und waren nach nur 3 ½ Stunden auf 5.400 Meter, Nido de Condores. Weitere 1 ½ Stunden spaeter waren wir auf 5.850 Meter, Lager Berlin. Hier teilte sich die Gruppe. Die beiden Fuehrer, Silvia, Markus und ich gingen weiter, der Rest der Gruppe folgte in einem langsameren Tempo. Auf 6.300 Meter machten wir zum 1. Mal die Steigeisen fest, auf 6.450 Meter ein 2. Mal. Dieses Mal hatte ich Probleme sie zu befestigen, und es dauerte fast 10 Minuten bis sie passten. Die anderen waen in der Zwischenzeit weitergegangen. Und jetzt hatte ich das Problem, wieder einen guten Rhytmus zu finden. Auf 6.680 Meter traf ich die anderen wieder, die gerade ihre Pause beendeten als ich ankam. Ich fragte Mark - den 2. Fuehrer - ob er 3 -4 Minuten warten koennte, ich dachte es waere einfacher einen Rhytmus zu finden, wenn ich ihm folgte. Aber fuer Mark ware es das 5. Mal am Aconcagua, und er war immer noch nicht auf den Gipfel gekommen. Und dieses Mal wollte er unbedingt hoch - er wartete nicht auf mich. Markus gab mir noch etwas psychologische Unterstuetzung, ich machte noch etwas Pause und ging alleine weiter. Aber auf 6.820 Meter, nicht weit vom Gipfel (6.960m), ueberlegte ich
mir, ob ich umkehren sollte: |
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Sicherheit ist bei mir vorrangig in den Bergen und auf Grund meines Sehproblemes entschied ich mich fuer den Abstieg. Auf diese Art und Weise werde ich zwar weniger Gipfel erreichen, aber mein Leben ist mir wichtiger. An diesem Tag hatte ich mehr erreicht als ich am Morgen erwartet hatte, und war gluecklich damit. Und das hat sich auch im nachhinein nicht geaendert. |
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Auf dem Weg nach untern traf ich zuerst Rudi, dann Andre. Sie waren 1 bzw. 1 ½ Stunden hinter mir. Sie waren immer noch auf dem Weg nach oben und wollten auf den Gipfel, was immer es koste. Ich ging direkt nach untern zum Basislager, auch Plaza des Mulas genannt. Kurz vor dem Lager wurde es aber dunkel. Ich konnte den Weg nur noch erahnen und verlief mich in ein gefaehrliches Gebiet. Ploetzlich waren meterhohe Klippen vor mir. Ich wusste ich bin zu weit links, wusste aber nicht auf welcher Hoehe ich nach rechts queren konnte. Kurz bevor ich mich zu einem Biwak entschloss, fand ich dann aber auf den sicheren Weg zurueck und kam gegen 10:30 Uhr als 1. zurueck ins Lager. Markus und Mark kamen eine ½ Stunde spaeter. Mark, Hans, Silvia und Markus schafften es auf den Gipfel. Hans und Rudi waren immer noch auf dem Weg nach oben, als sie nach unten gingen. Langsam kamen die anderen ins Lager. Nur Rudi und Andre fehlten. Sie kamen schliesslich um 03:30 Uhr am Morgen an . Sie hatten den Gipfel abends um 20:30 Uhr erreicht, aber Andre war total erschoepft (bereits auf dem Weg nach oben) und Rudi half ihm nach unten (das ist das Gegenteil von auf Sicherheit gehen, in diesem Fall hat es aber funktioniert). 23. Dezember 1999 Zurueck nach Puente del Inca Nach einem Weckuf um 07:30 Uhr - wir waren alle noch totmmüde - packten wir unsere Sachen zusammen. Das meiste Gepaeck hatten wir auf Mulis verladen, welche uns dann auf dem Weg nach unten ueberholen wuerden. Wir verliessen das Basislager um 12:00 Uhr mittags, 36 km zurueck zum Parkeingang. Wir brauchten so ca. 6 Stunden nach unten, am Ende wurden die Fuesse dann so richtig schwer. Wir mussten dann noch eine ¾ Stunde auf Mr. "Alles Scheisse" warten und kamen gegen 19:30 Uhr im Hotel an. Ein schoenes Steak und endlich mal wieder ein richtiges Bett (nach dieser Tour hassten alle das Zelt). 24. Dezember: Feliz Navidad - Schoene Weihnachten |
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Am Nachmittag nahmen wir dann den Bus nach Los Andes, und von dort nach Olmue, in die Hosteria El Copihue. Nach dem Abendessen bestellten wir noch ein paar Flaschen Wein an den Swimming Pool. Eine kurze Runde im Wasser, ne kubanische Zigarre und nen Glas chilenischen Rotwein (echt lecker) und die Welt war in Ordnung. Weihnachten bei 22 Grad am Abend, aber mit geschmuecktem Tannenbaum hinter dem Pool - etwa anders als in Deutschland.
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